Emstaler Dorfkirche
Die heutige schlanke, spitztürmige Kirche ist ein recht junger Ziegelbau aus der 2. Hälfte des 19.Jh. Sie steht - weithin sichtbar - im Westen des Dorfes auf einer Anhöhe, die ehemals als Kirchhof genutzt wurde. Nur wenige Reste einer Grabumrandung und eines schmiedeeisernen Stückes sind noch vorhanden, jedoch von Flieder überwachsen. Patronatsrecht hatte bis 1542 das Kloster Lehnin, nach Auflösung des Klosters der Landesherr. Die Kirche war bis 1979 Tochterkirche von Rädel. Seit 1. Januar 2024 gehören wir zur Kloster- und Waldkirchengemeinde Lehnin. In Emstal gibt es ca. 60 Gemeindeglieder.
Zur Geschichte der Kirchenbauten

- 1220 bereits Hinweise auf eine erste Kirche in Emstal, dem damaligen Zwine (bis 1937 Schwiena)
- 1541 Neubau einer Kirche
- 1709 ein Brand vernichtete die Kirche
- 1711 Errichtung einer Fachwerkkirche mit polygonalem Chorabschluß und Turm überdem Westgiebel
- 1875 – 1891 erfolgt ein grundlegender Umbau der Kirche; nur der Dachstuhl mit liegendem Stuhl und Hängewerk und der Sockel sind vom alten Gebäude von 1711 erhalten, schadhaft gewordene Fachwerkwände werden ersetzt durch gelb-braune Ziegelwände und Rundbogenfenster
- ab 1889 – 1891 Erweiterung der Kirche wegen steigender Einwohnerzahl im Dorf: das Schiff wurde nach Westen verlängert, der Westturm wurde gebaut, der östliche Choranbau wird mit roten Rathenower Ziegeln verblendet,
- 1891 - Einbau einer neuen Orgel von Friedrich Wilhelm Lobbes (6 Register, 1 Manual Pedal, mechan. Schleiflade)
- 1926 - 2 Glocken wurden gegossen
- 1950 Ausbesserung der Kriegsschäden an Turm und Dach
- 1965 Einrichtung einer „Winterkirche“ unter der Westempore
- 1992 – 1995 Instandsetzungsarbeiten
Die Emstaler Kirche kann als typisches Beispiel für einen äußerst sparsamen, ländlichen Kirchenbau des 19. Jh. gelten. Das Schiff der Kirche ist der nachschinkelschen Zeit verpflichtet und die Grundform dieses Baues von 1889 entspricht der heutigen Emstaler Kirche.
Der Turm: das „Deutsche Band“, nicht umlaufend, und „Gesimsband“ aus Formsteinen, das Schiff: flache Putzdecke und Ziegelfußboden; zum Chor hin flache Bogenöffnung mit Inschrift; an der östlichen Chorwand 3 zugesetzte Rundbogenfenster, Westempore 19.Jh.; Orgelprospekt 19. Jh.; Gestühl 19.Jh.
(Quelle:Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (Hg.) : Denkmale in Brandenburg, Bd. 14:Landkreis Potsdam-Mittelmark, Teil 1: Nördliche Zauche (bearbeitet v. Marie-Luise Buchinger , Marcus Cante),Worms 2009, S. 126 -130)

Im August 2024 hat die Evangelische Kloster- und Waldkirchengemeinde Lehnin die Zusage bekommen, dass sie die Orgel von Wegscheider aus der Erzengel-Michael-Kirche der Diakonie Michaelshoven in Köln übernehmen kann.
Das Instrument ist von dem Dresdner Orgelbauer Kristian Wegscheider 2003 für die Kirche in Köln technisch und klanglich im Stil der Orgeln von Gottfried Silbermann (1683-1753) gebaut worden.
So kann 49 Jahre nachdem die Große Orgel der Klosterkirche abgerissen worden ist, das jahrzehntelange Provisorium mit einer viel zu schwachen Kleinorgel beendet werden. Mit ihren 28 Registern vermag die Wegscheider-Orgel die Klosterkirche zukünftig klanglich sehr gut zu füllen.
Das überraschende Angebot aus Köln trifft die Evangelische Kloster- und Waldkirchengemeinde Lehnin insofern unvorbereitet, als dass eine Finanzierung eines derartigen Vorhabens eigentlich einen längeren Vorlauf benötigte, um Stiftungen usw. im Rahmen ihrer Antragsfristen ansprechen zu können. Wir sind nun in der Situation, dass wir diese vielleicht einmalige Gelegenheit, ohne Wartezeiten ein qualitativ herausragendes Instrument für die Klosterkirche zu bekommen, schnell finanzieren müssen. Es werden Kosten von ca. 300.000 Euro entstehen.
Ein gleichwertiger Neubau würde ungefähr eine Million Euro kosten.
Wenn Sie uns bei der Finanzierung helfen wollen,
freuen wir uns über Ihre Spende auf unserem Spendenkonto:
Kirchliches Verwaltungsamt Potsdam-Brandenburg
IBAN: DE56 5206 0410 0103 9098 59
Spendenzweck „Orgelbau Klosterkirche Lehnin“